Die Augen
schreien. Uns gehört die Welt. Sie stehen auf der Dachterrasse, schmeißen
Steine um die Wette. Sie wollen einen Ausflug machen. Auf zum Lotustempel. Mam,
aj? Nahin, not today. We need to plan it. Aeroplane? Warum Pläne, wir brauchen
Flugzeuge!
Sie nehmen uns
bei der Hand, ziehen uns in ihre Häuser. Zeigen ihr Reich. Meist ein Zimmer, in
dem die ganze Familie wohnt. Take a seat. Alle zusammen auf dem großen Bett.
Erwartungsvolle Augen. Hindi ati? Tora, tora. Mit ein paar Brocken Hindi
unterhalten.
Sie lunzen um die
Ecke, lächeln schüchtern und sind schon wieder verschwunden. Wir werden von
oben bis unten gemustert. Nicht auf unangenehme Art und Weise. Neugierig und
erfreut.
Zunächst
skeptisch über unsere Projekte, so möchte nun jeder einen Jutebeutel nähen und
bemalen. Und wer hätte das gedacht, bei manchen lösen sie sogar den alten
Rucksack oder Plastikbeutel ab. Auch die Traumfänger wurden zunächst genau
gemustert. Sobald die ersten fertig sind und mit Stolz präsentiert werden,
steigt das Interesse. Nach einiger Zeit scheinen sogar die Lehrer überzeugt,
die unsere Ideen anfangs meist belustigt aufnehmen. Nun gestaltet sich unsere
Arbeitszeit mit Mal-und Bastelaktivitäten. Gipsmasken, Freundschaftsbänder und
Mandalas, gruselige Geister folgen bald.
In
wie fern das Leben und die Entwicklung der Kinder dadurch geprägt wird, sei in
Frage gestellt. Fest steht, dass es ihnen Freude bereitet, manch einer aus sich
herauskommt und vor allem ein Austausch hergestellt wird. Sich annähern. Fremde
Gesichter in vertraute verwandeln.